Ergebnisse der Hauptstudie

Zu Beginn der Studie im Mai 2020 blieben 92% der SARS-CoV-2-Infektionen unentdeckt. Im Vergleich dazu sank diese Dunkelziffer auf 29% im Februar 2021. Wir führen dies auf die erheblich verstärkten Testanstrengungen im Verlauf der Pandemie zurück. Infolgedessen könnte die tatsächliche Inzidenz zu Beginn der Pandemie bis zu 11mal höher gewesen sein als die offiziellen Zahlen.

Der starke Zustrom von Touristen und die Erhöhung der Mobilität im Sommer 2020 führten nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Aufheben schwerwiegender Einschränkungen zu diesem Zeitpunkt und vor dem Hintergrund kontinuierlicher Hygienemaßnahmen und der insgesamt niedrigen Prävalenz in Lübeck sicher war.

Trotz des Anstiegs der Infektionsraten im Herbst/Winter 2020/2021 fanden sich bis Februar 2021 über alle Untersuchungszeitpunkte hinweg bei nur ca. 3,5% der Teilnehmer nachweisbare Antikörper. Eine Herdenimmunität war zu diesem Zeitpunkt vor Einführung der Impfungen daher nicht gegeben.

Die Zunahme von Infektionen zeigt einen deutlichen statistischen Zusammenhang mit der Abnahme von Aktivitäten im Außenbereich. Möglicherweise liegt dies an einer zunehmenden Verlagerung von Treffen in die Innenräume im Herbst und Winter 2020/21.

Über den Zeitraum der Studie war der wichtigste Risikofaktor für eine Infektion mit SARS‑CoV‑2 der Kontakt zu einer erkrankten Person. Die Berufsgruppe mit dem höchsten Risiko in unserer Analyse waren Pflegekräfte.

Dank Ihrer großartigen Hilfe konnten wir eine Teilnahmerate von ca. 1% der Gesamtbevölkerung des Großraums Lübeck erreichen. Dies hat uns ermöglicht, einen sehr guten Überblick über das Infektionsgeschehen der Region zu erhalten. Zudem konnten wir mit Ihrer Hilfe zeigen, dass unser Konzept rasch und effektiv auch auf andere Standorte übertragbar ist.